Ordnung im Vorstellchaos - benehmensberatung.de
16971
post-template-default,single,single-post,postid-16971,single-format-standard,bridge-core-1.0.6,ajax_updown_fade,page_not_loaded,,vss_responsive_adv,vss_width_768,footer_responsive_adv,qode-theme-ver-18.2,qode-theme-bridge,wpb-js-composer js-comp-ver-6.10.0,vc_responsive
 

Ordnung im Vorstellchaos

Ordnung im Vorstellchaos

Vorstellen und Bekanntmachen – zwei Begriffe mit ähnlicher Bedeutung, die oft durcheinander gewürfelt werden. Deshalb möchte ich erst einmal den Unterschied erklären.

Das Vorstellen ist die hochoffizielle, oft einseitige Variante: Ein Redner wird zum Beispiel einem Publikum vorgestellt. Das ist dann die einseitige Vorstellung, denn der Referent erfährt ja nicht die Namen seiner Zuhörer. Außerdem wird nur noch im Berufsleben wirklich vorgestellt; das heißt, dort geht es streng nach hierarchischen Gesichtspunkten zu.

Im privaten und gesellschaftlichen Bereich wird “bekannt gemacht” und zwar ausschließlich nach den Rangfolgen Alter und Geschlecht.

Leider machen sich nur noch Wenige die Mühe, andere miteinander bekannt zu machen, sodass Sie häufig in die Situation kommen, sich selbst vorstellen zu müssen. Folgen Sie der modernen Empfehlung und stellen Sie sich mit vollem Namen vor. So wirken Sie freundlich und offen auf Ihr Gegenüber. Nennen Sie nur Ihren Vornamen, ist das eine Einladung zum Duzen.

Worte wie: “Mein Name ist Muster, Martha Muster” – erinnern an James Bond und wirken genauso ungeschickt wie: “Guten Tag, ich bin Frau Muster”. Ihren eigenen Titel nennen Sie bei der Selbstvorstellung lieber nicht, es könnte Ihnen als Angeberei ausgelegt werden.

Andere miteinander bekannt zu machen, sie sozusagen zu vernetzen, ist heute viel einfacher als früher. Noch vor dreißig Jahren war es wichtig zu wissen, ob eine Dame ledig, verheiratet oder verwitwet war. Nach diesem Status richtete sich dann die Reihenfolge der Vorstellung. Auch in der Altersfrage ist es heute viel einfacher. Musste man früher das Alter eines Menschen ziemlich genau einschätzen, um ihn korrekt vorstellen zu können, so reicht heute die Unterscheidung nach Generationen.

Jetzt stellen Sie sich sicher die Frage, wer denn nun die Initiative ergreifen muss. Das ist ganz leicht zu beantworten: Der – oder diejenige, die beide Personen kennt, fungiert als Vermittler. Das ist völlig unabhängig vom Geschlecht und kann Männer und Frauen gleichermaßen treffen. Wollen Sie im 3. Jahrtausend Menschen vorstellen oder miteinander bekannt machen, richten Sie sich nach der einfachen Regel: “Der Wichtigste erhält die Informationen zuerst“.

Im Berufsleben wird das immer der Kunde oder der Vorgesetzte sein. Hier wird im offiziellen Zusammenhang dann auch wirklich von vorstellen gesprochen.

Im Privaten oder auf dem gesellschaftlichen Parkett ist es der Ältere (20 – 25 Jahre älter) oder die Dame, der / die zuerst erfährt, mit wem Sie da so nett beisammen stehen.

Zwei Beispiele. Sie wollen Ihre neue Sekretärin Ihrem Kollegen vorstellen: “Herr Beispiel, ich möchte Ihnen meine neue Mitarbeiterin, Frau Muster, vorstellen. Frau Muster, dies ist mein Kollege Herr Beispiel.”

Sie machen als Gastgeberin Ihre Freunde Martha Muster und Hans Beispiel miteinander bekannt: “Martha, dies ist mein guter Freund Hans Beispiel – Hans, dies ist meine Schulfreundin Martha Muster”. Hier verzichten Sie lieber auf die Formulierung “vorstellen”.  

Je mehr Informationen Sie “rausrücken”, desto einfacher wird es für die “Bekanntgemachten” in ein angeregtes Gespräch zu starten. Betrachten Sie sich selbst als Katalysator, der die Verbindung herstellt.  Formulieren Sie Ihre Worte aktiv und positiv, aber achten Sie immer auf eine moderne Ausdrucksweise.

Verzichten Sie lieber auf altertümliche Formulierungen wie: “Gestatten Sie das ich Ihnen vorstelle”, oder “Dies ist meine Gattin/Gemahlin”. Auch das “angenehm” oder “sehr erfreut” als Erwiderung auf eine Vorstellung sind nicht mehr zeitgemäß.

Heute sind individuelle Formulierungen gefragt, aber mit dem Tagesgruß und – im Idealfall – dem Namen Ihres neuen Bekannten sind Sie immer auf der sicheren Seite. Zum Schluss noch ein kleiner Tipp: Wenn sich jemand die Mühe gemacht hat, Sie mit seinen Freunden bekannt zu machen, brauchen Sie Ihren Namen selbst nicht noch einmal zu nennen. Genießen Sie den Luxus, dass andere das für Sie getan haben.

Nutzen Sie, besonders im Berufsleben, jede Gelegenheit, andere vorzustellen. Sie schaffen damit eine freundliche Atmosphäre und erleichtern die Kontaktaufnahme. Gleichzeitig trainieren Sie Ihren eigenen “Vorstellfähigkeiten” und werden so – ganz nebenbei – zum Profi.

[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]
Marlies und Gerhard Smits
gs@benehmensberatung.com
No Comments

Post A Comment

*